Der Mann in der Badewanne von Lukas Linder

Wie Loriot oder Dürrenmatt versteht es der junge Schweizer Autor Lukas Linder eine alltägliche Situation ad absurdum zu führen und so zu steigern, dass Lachen entsteht. Wo immer das Stück aufgeführt wird, sorgt es für Begeisterung.

Mit viel Witz erzählt der Autor die Geschichte von Albert Wegelin, einem fröhlichen Zeitgenossen, der stets an das Gute im Menschen glaubt. Als ihn seine Freundin verlässt, schlägt ihm das aber doch ein wenig auf den Magen. In seiner Firma interpretiert man seine Appetitlosigkeit irrtümlicher Weise als Hungerstreik und Wegelin wird fristlos entlassen. Sofort stürzen sich Freunde und Verwandte, Medien und Politik auf Wegelin und drängen ihn dazu, gegen das Unrecht auf die Barrikaden zu gehen. Seine Appetitlosigkeit ist schon längst dem Hunger gewichen, doch weil er das Richtige tun will, beginnt er gegen seine Entlassung zu hungern und steigert so den Appetit der anderen erst richtig. Er wird zum Spielball höherer Mächte...

In seinem schwarzhumorigen Stück wirft Lukas Linder die Frage auf, ob Gerechtigkeit und gutes Handeln in einer Gesellschaft, in der diese Begriffe längst korrumpiert wurden, überhaupt noch möglich sind.

Es ist angerichtet. Mahlzeit!