Drei Mal Leben
von Yasmina Reza


Regie: Samuel C. Zinsli

Aufführungen: 18.-26. Mai 2007

Zum Stück:

Henri und seine Frau Sonja haben das Ehepaar Finidori zum Abendessen eingeladen. Astrophysiker Henri, beruflich ein Versager, hat endlich wieder eine Arbeit abgeschlossen. Mit ihrer Veröffentlichung hofft er, auf der Karriereleiter einen wichtigen Schritt nach oben zu tun, mit der Unterstützung des einflussreichen Kollegen Finidori.

Unglücklicherweise stehen die Finidoris einen Tag zu früh vor der Tür, und überraschen Henri und seine Frau völlig unvorbereitet. Die Gastgeber ergehen sich gerade in heftigsten Diskussionen über die Erziehung ihres kleinen Sohnes. Sonja steht im Morgenrock da, und zu essen gibt es nur Kekse und Crackers. Der Verlauf des für Henri so wichtigen Abends steht also unter schlechten Vorzeichen.

Die Autorin lässt den Abend dreimal in unterschiedlichen Konstellationen spielen. Die Protagonisten agieren servil oder selbstbewusst, mal zynisch, mal depressiv. Die Zuschauer werden Zeugen eines ausufernden Ränkespiels. Es geht um Macht und Einfluss, Dominanz und Unterlegenheit. Koalitionen werden gebildet und wieder aufgelöst, es wird geflirtet und gedemütigt. Hass und Ablehnung bleiben zunächst notdürftig unter den gesellschaftlichen Konventionen verborgen, brechen dann aber offen hervor.

Das zeitlose und zugleich moderne Stück changiert zwischen Banalität und Ernst und unterhält durch pointierte Dialoge voll bösem Witz. Drei Mal Leben (Trois versions de la vie) ist das fünfte Theaterstück der französischen Schriftstellerin Yasmina Reza, kam 2000 in Wien zur Uraufführung und entwickelte sich rasch ebenso zum Dauerbrenner wie ihr erster grosser Bühnenerfolg  „Kunst“. Derzeit feiert die Autorin mit ihrem neusten Werk „Der Gott des Gemetzels“ grosse Erfolge am Schauspielhaus in Zürich.

Geändert: 14.10.07/mk