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| 1999: Spiel im Schloss Ferenc Molnar |
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| «Spiel im Schloss»
überschrieb Ferenc Molnar seine «Anekdote in drei Akten», die das Theater Weissglut auf die Bühne bringt. Gibt ein Schloss nicht eine prächtige Kulisse ab? Regt ein Schloss, noch dazu eines auf einem Burghügel, der zum See hin abfällt, nicht die Phantasie an? Inspizieren wir nicht manchmal mit einem fast wohligen Schaudern die Kerker und Folterkammern in den dicken Mauern? Wer spielte bei einem Schlossbesuch nicht schon Gefangener, oder wäre gerne einmal in einen Harnisch geschlüpft, hätte sich nicht gerne kostümiert, einen Augenblick lang Ritter gespielt, den Zweihänder umgegürtet? Wir werden zu Gauklern, Knechten, Mägden, Burgfrauen und Rittern. Molnars Komödie ist allerdings kein Ritterspiel. Aber ein Schloss als Ort der Handlung ist vielleicht nicht zufällig gewählt. Einmal im Jahr treffen sich im Schloss die Gaukler und Minnesänger der Moderne. Schauspieler, Sängerinnen, Komponisten, Autoren und Autorinnen geben sich in dieser Kulisse ein Stelldichein, um sich von einer erfolgreich abgeschlossenen Saison einen Augenblick lang zu erholen, ehe sie sich an die Arbeit der nächsten Saison machen. Die Grenzen zwischen Theater und Realität verlieren sich immer wieder, und letztlich bedient man sich des Theaters, um die Realität zu retten. Molnars Stück ist kein schweres Stück. Es ist eine Komödie, in der das Lachen nicht zu kurz kommt, es ist getragen von Witz und Ironie, und am Ende wird man sich fragen: War das jetzt Spass oder Ernst? Regie: Jörg Hug |
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